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Polizei und Staatsanwaltschaft sind am Mittwochmorgen (29.8.2007) bei einer bundesweiten Razzia gegen betrügerische Firmensanierer vorgegangen. Insgesamt seien mit Schwerpunkt in Berlin 21 Objekte durchsucht worden, wie die Ermittlungsbehören mitteilten. Die Maßnahmen richteten sich nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp gegen den Geschäftsführer Siegfried L. der Firma Juricon für Unternehmensberatung und Wirtschaftsdienste. Der 74-Jährige ist nach Justizangaben aufgrund eines vorliegenden Haftbefehls festgenommen worden. Durchsucht wurden unter anderem Geschäftsräume des Unternehmens in der Schöneberger Kurfürstenstraße.

Neben Siegfried L. sind den Angaben zufolge weitere 36 Personen verdächtig, in wechselnder Tatbeteiligung gewerbsmäßige Untreue, Insolvenzverschleppung, Bankrott und andere Straftaten begangen zu haben. Im dem Großverfahren werden aktuell 274 Unternehmensverkäufe strafrechtlich überprüft. Der Gesamtschaden könne erst nach Auswertung aller Beweismittel festgestellt werden, heiß es weiter. Allein der vorläufig zu 15 Gesellschaften für den Tatzeitraum 2003 bis 2005 ermittelte Schaden belaufe sich auf etwa 740 000 Euro.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei boten die in der Branche allgemein als «Firmenbestatter» bezeichneten Unternehmer den Geschäftsführern insolvenzreifer Betriebe an, deren Firmen zu kaufen. Die Unternehmensveräußerungen erfolgten per Notarvertrag zum Preis von einem Euro. Anschließend wurden neue Geschäftsführer eingesetzt, hieß es weiter. Dabei handelte es sich regelmäßig um nicht qualifizierte und vermögenslose Personen. Für die Verwendung ihres Namens und ihrer Unterschrift als Gesellschafter oder Geschäftsführer erhielten sie meist 500 Euro Handgeld.

Der Alt-Geschäftsführer bezahlte den Angaben zufolge für die «Dienstleistungen» der Unternehmensberatung in Abhängigkeit von der Höhe der Schulen seiner Gesellschaft, meist in bar. Die Geschäftsunterlagen wurden anschließend abtransportiert und waren häufig kurz danach nicht mehr auffindbar.

In jedem Fall kam es zur sogenannten «stillen Bestattung» in Deutschland oder im Ausland zum Nachteil der Gläubiger, wie die Behörden mitteilten. Das bedeutet, sämtliche Spuren der Firmen werden getilgt, um den Forderungen von Gläubigern zu entgehen. Außerdem wurden so Konkurs- und Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotts verhindert oder Kontrollen der Gewerbeämter unterlaufen. Dazu dienten auch vorgetäuschte Verlagerungen der Betriebsstätten in andere EU-Länder.

Im Namen seiner Firma richtete der Hauptbeschuldigte ein «Treuhandkonto» ein, über das noch offene Forderungen der «zu bestattenden» Unternehmen eingetrieben sowie Ein- und Auszahlungen in bar vollzogen wurden, wie ein Sprecher mitteilte. Es bestehe der Verdacht, dass der 74-Jährige die auf dem Konto eingegangenen Gelder auch für eigene private Zwecke verwendet hat.

Teilweise sind den Behörden zufolge auch Zahlungen an Altgesellschafter nachweisbar, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Ihre zivilrechtliche und strafrechtliche Verantwortung sei durch die «Firmenbestattungen» nicht aufgehoben, da sie es regelmäßig versäumten, nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung fristgerecht Insolvenzanträge beim zuständigen Amtsgericht zu stellen.

(Quellen: Polizei und Staatsanwaltschaft in Mitteilung)

Aktualisiert (Freitag, den 04. Juli 2008 um 11:31 Uhr)

 
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Walter Sch. aus München

1Ganz einfach: Nie wieder Insolvenz!!

Aber wenn Insolvenz dann fühle ich mich bei Ihnen bestens aufgehoben.

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